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Opel Abgasskandal - was Geschädigte wissen müssen und unternehmen sollten

Am 15.10.2018 hat die Staatsanwaltschaft die Standorte in Rüsselsheim und in Kaiserslautern durchsucht. Nach Medienberichten bestehe Betrugsverdacht bei 95.000 Fahrzeugen mit der Abgasnorm Euro 6. Das Bundesverkehrsministerium erhebt Vorwürfe gegen Opel. Die Modelle Insignia, Zafira und Cascada der Baujahre 2012, 2014 und 2017 sollen mit einer unzulässigen Abschalteinrichtung versehen worden sein.

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Auch Benziner betroffen – Zwangsrückruf für Opel Adam und Corsa

Mittlerweile hat das Kraftfahrtbundesamt (KBA) auch einen Zwangsrückruf für die Modelle Opel Adam und Corsa angeordnet. Neu im Abgasskandal ist, dass es sich bei diesen Fahrzeugen aus 2018 und 2019 um Benziner handelt.

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Opel hat über Jahre versucht, manipulierte Abgaswerte zu verschweigen

Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat im April 2018 die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main darüber informiert, dass Opel die Abgaswerte manipuliert. Dies vermutlich mit einer Software, die im Fahrzeug verbaut ist, um die strengen Grenzwerte in Bezug auf den Stickoxidausstoß einzuhalten. Demnach hat der Konzern seine Autos sauberer aussehen lassen, als sie es in Wahrheit sind. Damit enden jahrelange Mutmaßungen darüber, ob Opel nun tatsächlich Abgaswerte manipuliert hat oder nicht.

Opel hat eine freiwillige Serviceaktion angeboten

Es soll ein Software Update aufgespielt werden. Gerade bei Fahrzeugen, die einen AdBlue-Tank haben, kann dies dazu führen, dass wesentlich häufiger AdBlue nachgefüllt werden muss. Auch drohen Langzeitschäden an den Fahrzeugen durch ein Update.  Ein solches Update müssen Geschädigte nicht hinnehmen, dies haben bereits zahlreiche Gerichte bundesweit im VW-Skandal entschieden.

Der Konzern betonte damals, dass es sich lediglich um eine kostenfreie "Serviceaktion" handle.

Der Rüsselsheimer Autobauer wollte den Anschuldigungen zuvorkommen und warb 2016 offen für freiwillige Werkstattbesuche. Fahrzeuge der Modelle Cascada, Insignia und Zafira aus den Baujahren 2013 bis 2016 sollten durch ein kostenloses Software Update sauberer gemacht werden. Dieses Angebot galt zunächst für etwa 90.000 Fahrzeuge.

Laut Nachrichtenmagazin Spiegel seien die festgestellten Probleme bei den betroffenen Fahrzeugen jedoch so erheblich, dass die von Opel angekündigte "freiwillige Servicemaßnahme" nicht ausreiche, um diese Schäden zu beheben. Die damals von Opel angekündigte "Serviceaktion" hatte demnach keinen Einfluss auf die manipulierten Abgaswerte.

Auch für die Benziner-Modelle Opel Adam und Corsa wollte man mit einer freiwilligen Servicemaßnahme dem KBA zuvorkommen. Mittlerweile ist ein Zwangsrückruf des KBA angeordnet.

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So funktioniert die Abgasmanipulation bei Opel

Opel soll – wie auch die anderen deutschen Autohersteller – eine Motorsteuerungssoftware verbaut haben, durch die die Abgasreinigung in bestimmten Situationen deutlich hochgefahren wird.

Das bedeutet, dass das Fahrzeug erkennt, wenn es auf dem Prüfstand getestet wird.

Die Motorleistung wird dabei gedrosselt. Fährt das Auto auf der Straße, wird die Funktion zur Abgasregulierung abgeschaltet und das Auto läuft wieder bei voller Leistung. Das passiert im Normalbetrieb bei hohen Drehzahlen und einer geringen Außentemperatur.

Opel gab zu, dass die bei den betroffenen Modellen eingebauten Katalysatoren bei niedrigen Temperaturen um bis zu 60 % zurückgefahren werden. Ein Gutachten zeigt auch, dass der verbaute AdBlue-Tank nicht groß genug ist, um "kundenfreundlich und wartungsarm" zu sein. Unter Umständen kann sich dadurch der Ausstoß an Abgasen sogar verzehnfachen.

Zwangsrückruf für 100.000 Fahrzeuge gefordert

Im Oktober 2018 erhärteten sich die Vorwürfe gegen Opel. Nach Razzien beim Rüsselsheimer Autobauer ist das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) zu der Erkenntnis gelangt, dass der Konzern wissentlich Abgaswerte manipuliert hat. Das KBA forderte den Rückruf von drei Fahrzeugmodellen. Demnach muss Opel 100.000 Fahrzeuge der Modelle Insignia, Cascada und Zafira zurückrufen. Der Autohersteller soll die unzulässig eingebauten Abschalteinrichtungen entfernen. Das bedeutet auch, dass die zuvor kostenfreie Serviceaktion für Opelfahrer nun zur Verpflichtung wird. Überraschend war für das KBA, dass besonders die neuen Fahrzeuge der Euro-6-Norm den Richtlinien nicht genügen.

Opel hatte bereits im November 2018 Klage gegen die Forderungen des KBA eingelegt. Der Eilantrag wurde jedoch von dem Verwaltungsgericht Schleswig-Holstein abgelehnt. Demnach lägen genug Beweise vor, die die Anschuldigungen des KBA gegenüber dem Autohersteller bestätigen.

Im Juni 2019 wurde vom KBA ein Zwangsrückruf für die Benziner-Modelle Corsa und Adam der Baujahre 2018 und 2019 wegen zu hoher Abgaswerte verhängt. Allein in Deutschland sind hiervon 54.000 Fahrzeuge betroffen.

Diese Opel Modelle sind betroffen

Laut KBA wurde die Abschalteinrichtung in vielen Opel Fahrzeugen der Baujahre 2008 bis 2017 verbaut. Besonders desillusionierend ist, dass auch Fahrzeuge der aktuellen Euro-6-Norm von den Manipulationen betroffen sind, die zwischen 2013 und 2016 gebaut wurden. Das KBA fordert hier bereits den Rückruf von 100.000 Fahrzeugen der Modelle Cascada, Insignia und Zafira. Insgesamt sind folgende Fahrzeuge der Firma Opel betroffen:

 

Diesel-Modelle:

* Astra 1.6

* Cascada 2.0

* Insignia 2.0

* Mokka 1.6

* Zafira 1.6, 2.0

 

Benziner-Modelle:

  • Adam
  • Corsa

Software Update sorgt für weitere Mängel

Fahrzeughalter der Modelle Insignia, Cascada und Zafira können bald mit Post vom KBA rechnen, wenn sie diese nicht schon bekommen haben. Das zuvor freiwillige Software Update wird dann zur Pflicht. Aber wie auch bei Volkswagen warnen Experten davor, die Nachbesserungen durch ein Software Update vorzunehmen. Dieses führt oftmals zu weiteren Mängeln am Fahrzeug, etwa indem die Motorleistung gesenkt wird oder der Verschleiß an bestimmten Bauteilen zunimmt.

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Das können Geschädigte jetzt tun

Wenn Sie einen betroffenen Opel haben, helfen wir Ihnen dabei, Ihre Rechte gegenüber dem Autobauer durchzusetzen. Dabei können Sie wählen, ob Sie Ihr Fahrzeug zurückgeben und sich den Kaufpreis erstatten lassen wollen oder stattdessen Schadensersatz fordern, wenn Sie Ihr Auto behalten möchten. Ist Ihr Fahrzeug finanziert oder geleast, können Sie eventuell auch den Widerrufsjoker ziehen, durch den Widerruf des Kaufvertrags Ihres Opels.

Geld zurückverlangen

Angesichts der anstehenden Fahrverbote in deutschen Innenstädten und den damit verbundenen Wertverlusten von Dieselfahrzeugen empfehlen wir allen Betroffenen, gegen Rückgabe des Fahrzeugs die Erstattung des Kaufpreises zu fordern. Alternativ können Sie ein vergleichbares Neufahrzeug verlangen.

Schadensersatz geltend machen

Wer sein Fahrzeug behalten möchte, kann auch Schadensersatz einfordern. Beispiele aus den USA zeigen, dass die Klage auf Schadensersatz durchaus Aussicht auf Erfolg hat. So wurden viele Verbraucher dort bereits mit bis zu 10.000 US-Dollar entschädigt. Eine vergleichbare Summe wäre auch in Deutschland denkbar.

Autokredit widerrufen

Opel-Kunden, die ihr Auto finanzieren oder leasen, können sich möglicherweise ihre bisher gezahlten Raten sowie die Anzahlung zurückholen. Fehlerhafte Widerrufsinformationen in den Kreditverträgen ermöglichen in vielen Fällen noch heute die Rückabwicklung des Darlehens- oder Leasingvertrags.

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Kein Kostenrisiko bei der Durchsetzung Ihrer Ansprüche

Wir setzen Ihre Rechte ohne jedes Kostenrisiko durch. Wenn Sie eine Rechtsschutzversicherung haben, sorgen wir dafür, dass Ihr Versicherer die Kosten des Verfahrens übernimmt. Sie müssen dann lediglich die vereinbarte Selbstbeteiligung bezahlen.

Wenn Sie keine Rechtschutzversicherung haben, können Sie im ersten Schritt unsere kostenlose Erstberatung nutzen. Wir geben Ihnen in der kostenlosen Erstberatung erste Empfehlungen und Sie können entscheiden, wie Sie weiter vorgehen.