ARD Tagesthemen: Rechtsanwalt Ralph Sauer fordert von Volkwagen Garantie für Softwareupdates

03.08.2017

Seitdem auf dem Dieselgipfel beschlossen wurde, dass Millionen Dieselautos Softwareupdate erhalten sollen, mangen sich Autofahrer Sorgen. Denn direkt nach dem Gipfel werden kritische Stimmen laut, die bezweifeln, dass ein Softwareupdate überhaupt geeignet ist, um Dieselautos tatsächlich sauber(er) werden zu lassen. Und die Autofahrer stehen vor der Frage, ob das Update möglicherweise negative Folgen für ihr Auto hat. Rechtsanwalt Ralph Sauer von der Kanzlei Dr. Stoll & Sauer forderte am 02.08.2017 in einem Interview mit den ARD Tagesthemen von den Autoherstellern Garantien und eine Schadenskompensation von VW für die Fahrzeughalter.

Wenn Volkswagen sich endlich durchringen würde, den vom „ersten“ Abgasskandal betroffenen Kunden tatsächlich wirksame und belastbare Garantien zu geben, dann würde VW sich der Verantwortung stellen, die der Autobauer gegenüber den Kunden. trägt. VW sichert zwar zu, dass die Fahrzeuge weder mehr verbrauchen sollen noch an Leistung verlieren sollen. Doch viele Zweifel betreffen die Frage, ob das Softwareupdate langwierige Folgen wie eine verminderte Haltbarkeit von Motor und Partikelfiltern nach sich zieht. Und genau zu diesem wichtigen Punkt gibt VW den betroffenen Kunden keine Garantie.

VW übernimmt bislang keine Verantwortung für die möglichen Langzeitfolgen des Updates

Daher müssen Kunden, die sich nicht einfach auf die rechtlich nur bedingt belastbaren Aussagen von VW verlassen wollen, müssen sich auf eine Rechtsstreit mit VW einlassen. Und selbst dort wehrt sich VW mit allen rechtlich zulässigen Mitteln, um Gewährleistungsrechte der Kunden für das Softwareupdate nicht entstehen zu lassen. Die Anwälte der Kanzlei erleben dies tagtäglich in den über 3.300 Verfahren, die für Volkswagen-, Audi-, Seat- und Skodafahrer aktuell geführt werden. Dort verweist die Volkswagen AG auf das Softwareupdate, um Schadensersatzansprüche, Fahrzeugrückgaben oder auch Neulieferungen von mangelfreien Fahrzeugen abzuwehren. Es wird sogar bestritten, dass das Update einen Fahrzeugmangel beseitigen soll. Die rechtliche Folge: Wenn ein Verkäufer einen Mangel nicht anerkennt und nur kulanzhalber eine Maßnahme ausführt, dann löst die Maßnahme keine neuen Gewährleistungsansprüche des Kunden aus aus. Das bedeutet: Der Fahrzeugbesitzer trägt das Risiko, ob das Update über kurz oder lang negative Folgen nach sich zieht oder nicht.