Erste Klage auf Schadensersatz beim Landgericht Stuttgart wegen Schadensersatz für Porsche Macan-Fahrer eingereicht

01.08.2017

Seit den aufsehen erregenden Zulassungstopp des Porsche Cayenne ist der Abgasskandal endgültig bei dem Stuttgarter Autobauer angekommen. Doch der große SUV ist nicht das einzige Modell, das den Käufern Probleme bereitet. Ein Porsche Macan-Fahrer zog Ende Juli 2017 vor Gericht, weil sein Fahrzeug ebenfalls Abgasprobleme hat. Der von der Kanzlei Dr. Stoll & Sauer vertretene Kläger verlangt, dass festgestellt wird, dass die Porsche AG ihm Schadensersatz zahlen muss. Das Porsche Zentrum, das den Macan mit Dieselmotor verkaufte, wird ebenfalls verklagt. Von der Verkäuferin verlangt der Kläger die Rückzahlung des Kaufpreises abzüglich einer Nutzungsentschädigung – gegen die Rückgabe des Fahrzeugs.

Der Kern der Klage ist der Vorwurf, dass dem Kläger ein mangelhaftes Auto verkauft wurde. Dieser hat den Macan erst nach Bekanntwerden des VW-Abgasskandals erworben. Er wollte deswegen auf Nummer sicher gehen und fragte vor dem Kauf ausdrücklich nach, ob das Fahrzeug von dem Dieselskandal betroffen ist. Da das Porsche Zentrum dies verneinte, entschied er sich für den Kauf des Fahrzeugs.

Die Zusicherung stellte sich jedoch gut ein Jahr später als nicht zutreffend heraus. Der Kläger erhielt ein Schreiben von Porsche, in dem darüber informiert wurde, dass sein Auto einem Softwareupdate unterzogen werden soll. Diese Aufforderung war für den Kläger eine bittere Überraschung. Er beschloss, das Update nicht einfach durchführen zu lassen und  sich zu wehren; er wandte sich deshalb an seine Rechtsanwälte der Dr. Stoll & Sauer Rechtsanwaltsgesellschaft mbH.

Der Kläger ist der Ansicht, dass in dem Fahrzeug eine illegale Abschalteinrichtung verbaut ist und ihm deshalb ein mangelhaftes Fahrzeug geliefert wurde. Der Porsche AG wirft er eine vorsätzliche sittenwidrige Schädigung und ein Verstoß gegen EU-Recht vor. Er ist der Ansicht, dass die Porsche AG deshalb Schadensersatz bezahlen muss.

Rechtsanwalt Dr. Ralf Stoll, der die Verfahren federführend führt, teilt mit: "Zwischenzeitlich haben sich bereits mehr als 100 Porsche Besitzer an uns gewandt, die gegen Porsche vorgehen wollen. Wir haben in dem eigentlichen VW Abgasskandal bereits zahlreiche Urteile gegen Händler und gegen die Volkswagen AG erstritten. Aus unserer Sicht sind die Erfolgsaussichtssichten für Porschefahrer daher sehr gut. Gerade im Hinblick auf die aktuellen Diskussionen um Dieselfahrverbote ist den Geschädigten zu empfehlen, ihre Fahrzeuge zurück zu geben. Die Porsche AG zeigt sich wenig kooperationsbereit und ist der Ansicht, nicht gegen Gesetze verstoßen zu haben. Deshalb war es nunmehr auch bei dem Porsche Macan notwendig, Klage einzureichen."

Die Kanzlei Dr. Stoll & Sauer Rechtsanwaltsgesellschaft mbH vertritt und berät mehr als 35.000 Geschädigte des Abgasskandals und hat bereits mehr als 3.300 Klagen bundesweit gegen Händler und gegen die Volkswagen AG eingereicht. Die Kanzlei hat bereits zahlreiche Urteile gegen Händler und gegen die Volkswagen AG erstritten.