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Mercedes Abgasskandal - Geschädigte erhalten Schreiben zum Software Update, Rechtsanwälte raten zur Klage

Im Daimler/Mercedes Abgasskandals erhalten zwischenzeitlich die ersten Geschädigten Anschreiben von der Daimler AG (Mercedes-Benz) mit dem sie über ein Software Update informiert werden. Mercedes teilt mit, dass auf Anordnung des Kraftfahrt-Bundesamtes im Rahmen eines verpflichtenden Rückrufs die Software des Motorsteuergeräts von mehreren Dieselfahrzeugen aktualisiert werden müsse. Geschädigte sollen einen Termin vereinbaren, damit der Software Update aufgespielt werden kann.

Die Kanzlei Dr. Stoll & Sauer Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, die bundesweit mehr als 7000 Gerichtsverfahren im Abgasskandals führt und bereits hunderte Urteile erstritten hat, rät dringend davon ab, diese Software Update einfach ausspielen zu lassen. Die Daimler AG weist in ihrem Schreiben selbst darauf hin, dass die Motorsteuerung sehr komplex sei. Änderungen der Software können sich auf eine Vielzahl von Parametern auswirken. Gleichzeitig teilte Daimler mit, dass sich das geplante Update jedoch nicht in „relevanter Weise“ auf den Kraftstoffverbrauch, die CO2-Emissionen, die Motorleistung, das Drehmoment, die Geräuschemissionen und die Dauerhaltbarkeit der Fahrzeuge auswirke. Mercedes teilt außerdem mit, dass sich der AdBlue Verbrauch erhöhen könne. Gleichzeitig versichert die Daimler AG, dass Schäden an einem Bauteil, der durch das Software Update verursacht wird, kostenlos repariert wird.

Die Kanzlei Dr. Stoll & Sauer Rechtsanwaltsgesellschaft mbH hat zu diesem Schreiben eine klare Meinung: Daimler selbst teilt mit, dass das Update keine „relevanten“ Auswirkungen auf das Fahrzeug habe. Was meint Daimler aber mit dem Begriff relevant? Offensichtlich gibt es Veränderungen bei den einzelnen Parametern, die Daimler selbst lediglich als nicht relevant einstufte. Daimler selbst schließt also nachteilige Veränderungen durch das Update gerade nicht aus. Ein Verbraucher sollte jedoch selbst entscheiden können, was für ihn relevant ist und was nicht. Auch der AdBlue Verbrauch und damit die Kosten für den Verbraucher sollen steigen. Wenn Daimler mitteilt, mögliche Schäden würden kostenlos repariert, ist dies kein besonders gutes Angebot. Erstens ist dies die gesetzliche Pflicht der Daimler AG und zweitens muss ein Geschädigter erst einmal nachweisen, dass der Schaden auf dem Update beruht. Kann er dies nicht, bleibt der auf dem Schaden sitzen und dies können schnell mehrere 1000 € an Reparaturkosten sein. Im Zweifel wird Daimler bestreiten, dass der Schaden auf dem Update beruht. Dies hat die Erfahrung im Abgasskandal in der Vergangenheit gezeigt. So hat ein anderer Hersteller immer wieder bestritten, dass Schäden nicht auf das Update zurückzuführen sind. In diesem Fall ist dann der Geschädigte der Dumme, weil er im Rahmen eines Prozesses nachweisen muss, dass der Schaden von dem Update kommt.

Geschädigten des Mercedes Abgasskandals ist daher dringend davon abzuraten, das Update ohne rechtliche Beratung aufspielen zu lassen. Zwischenzeitlich sind im Abgasskandal hunderte Urteile zulasten der Hersteller ergangen. Auch die Daimler AG ist bereits zu Schadensersatz wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung verurteilt worden. Die Chancen für die Geschädigten sind sehr gut, das Fahrzeug ohne größeren Verlust zurückgeben zu können. Wer sein Fahrzeug geleast oder finanziert hat, kann auch den Autokreditvertrag bzw. den Leasingvertrag mit der Mercedes Bank widerrufen, da dieser meisten Fehler enthält. Erst kürzlich wurde die Mercedes Bank aufgrund von Fehlern im Kreditvertrag verurteilt. In diesem Fall kann das Fahrzeug zurückgegeben werden. In einem Fall gegen einen anderen Hersteller bzw. gegen dessen Bank hat das Landgericht Ravensburg entschieden, dass noch nicht einmal eine Nutzungsentschädigung zu bezahlen ist.

 

Es ist daher dringend zu empfehlen, sich anwaltlicher Hilfe zu suchen.