Rückruf von 3 Millionen Mercedes Dieselfahrzeugen für ein Softwareupdate – Steigt der AdBlue-Verbrauch an?

18.07.2017

Nachdem Anfang Juli 2017 publik wurde, dass gegen Daimler wegen Abgasmanipulationen ermittelt wird, kommt nun eine Rückrufaktion auf die Kunden zu. Am 18.07.2017 verkündeten die ersten Schlagzeilen, dass drei Millionen Dieselfahrzeuge von Mercedes für ein Softwareupdate in die Werkstatt zurückgerufen werden. Die betroffenen Fahrzeugbesitzer sollen in den kommenden Wochen direkt angeschrieben werden. Der Grund für die Ermittlungen und den jetzigen Rückruf sind überhöhte Stickoxidwerte.

 

Zu hohe Abgaswerte sollen durch ein Softwareupdate beseitigt werden. Dieser Lösungsansatz erinnert unwillkürlich an den VW-Abgasskandal. Dementsprechend wird in dem Medien bereits die Frage diskutiert, ob ein Softwareupdate das Emissionsproblem tatsächlich ohne sonstige negative Folgen lösen kann.

Steigender AdBlue-Verbrauch befürchtet

In der Onlineausgabe des Handelsblatts wird auch auf Befürchtungen hingewiesen, dass AdBlue-Fahrzeuge nach einem Update ggf. mehr Harnstofflösung verbrauchen könnten, wodurch sich die Nachfüllintervalle verkürzen. Dass ein Update tatsächlich solche Folgen haben kann, zeigte sich im VW-Abgasskandal. Dort werden den betroffenen Autobesitzern teilweise sogar Gutscheine für AdBlue angeboten. Allerdings gibt es dort auch bereits ein Gerichtsurteil, in welchen ein durch das Softwareupdate verursachter AdBlue-Mehrverbrauch als nicht behebbarer Fahrzeugmangel eingestuft wurde. Das Landgericht Augsburg hatte wegen deswegen ein VW-eigenes Autohaus verurteilt, einem von der Kanzlei Dr. Stoll & Sauer vertretenen VW Sharan-Fahrer ein neues Fahrzeug zu liefern. Legt man die rechtliche Bewertung des Landgerichts Augsburg zugrunde, dann handelt es sich nicht nur um eine Lappalie, wenn der AdBlue-Verbrauch ansteigt, sondern um einen Fahrzeugmangel.